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Black Tot Day 31. Juli 1970

Kapitel V

V / VI

Häufige Fragen

Zehn kurze Antworten, um sich zwischen Tot, „Up Spirits“, „Navy strength“ und Grog zurechtzufinden.

Was ist der Black Tot Day?
Der Black Tot Day ist der 31. Juli 1970, der Tag, an dem die Royal Navy ihren Seeleuten zum letzten Mal die tägliche Rumration („the tot“) ausgab und damit eine über drei Jahrhunderte alte Tradition beendete.
Warum spricht man von einem „schwarzen“ Tag (black)?
Weil die Seeleute das Ende der Ration wie einen Trauerfall erlebten. Viele trugen eine schwarze Armbinde, und manche Besatzungen hielten Scheinbegräbnisse für den Tot ab. Die Presse taufte das Ereignis „Black Tot Day“, den Tag des schwarzen Tot.
Wie viel Rum erhielt ein Seemann?
Am Ende der Tradition, im 20. Jahrhundert, war die tägliche Ration auf ein Achtel Imperial Pint festgesetzt, also etwa 70 Milliliter Rum pro Tag, für die Mannschaften meist mit Wasser verschnitten. In früheren Jahrhunderten war die Dosis weit großzügiger gewesen.
Was bedeutet der Befehl „Up Spirits“?
„Up Spirits“ war der gegen Mittag gerufene Befehl, der signalisierte, dass der Rum aus dem Spirituosenraum (dem spirit room) für die Ausgabe heraufgeholt wurde. Er war der Auftakt des täglichen Rituals der Ration.
Was ist ein Rum in „Navy strength“?
Das ist ein Rum, abgefüllt mit etwa 54,5 % Alkohol, also 100 Grad auf der alten britischen Proof-Skala. Dieser Gehalt entstammt einer Sicherheitsanforderung: An Bord garantierte ein Rum dieser Stärke, dass das Schießpulver auch dann entzündbar blieb, wenn es mit Rum getränkt war.
Ist Navy Rum eine Herkunft oder eine Appellation?
Weder noch: Es ist ein Stil. Historisch war der Rum der Royal Navy ein Verschnitt von Rums mehrerer Karibikinseln (Guyana/Demerara, Jamaika, Trinidad, Barbados …), vermählt zu einem dunklen, kernigen und konstanten Profil.
Woher kommt das Wort „Grog“?
Vom Spitznamen des Admirals Edward Vernon, „Old Grog“, der einen Mantel aus Grogram (grobkörnigem Stoff) trug. 1740 befahl er, den Rum mit Wasser zu verschneiden; die Seeleute tauften die Mischung nach seinem Spitznamen „Grog“.
Warum verschnitt man den Rum mit Wasser?
Um Trunkenheit und Unfälle an Bord einzudämmen. Indem er die Ration verdünnte und in zwei Portionen über den Tag ausschenken ließ, wollte Admiral Vernon Disziplin und Sicherheit der Besatzung wahren und zugleich die Tradition erhalten.
Was sind „sippers“ und „gulpers“?
Das sind Schlucke Rum, die sich die Seeleute untereinander anboten, um einem Kameraden zu danken: Ein „sippers“ ist ein kleiner Schluck, ein „gulpers“ ein großzügigerer Zug. Die gesamte Ration abzutreten war das stärkste Zeichen der Anerkennung an Bord.
Kann man den Marine-Rum heute noch kosten?
Ja. Der Stil Navy Rum lebt in zahlreichen zeitgenössischen Verschnitten fort, und einige Flaschen aus den historischen Beständen der Royal Navy wurden Jahrzehnte nach 1970 abgefüllt. Jedes Jahr am 31. Juli gedenken Liebhaber und Veteranen zudem des Black Tot Day.

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