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Black Tot Day 31. Juli 1970

Kapitel IV

IV / VI

Der Grog

Ein Admiral, ein Mantel aus grobem Tuch und eine unpopuläre Entscheidung: wie der mit Wasser verschnittene Rum zur Marineinstitution wurde — und dann zu einem Wort der Alltagssprache.

Warum verschnitt man den Rum mit Wasser?

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts verursachte die pur ausgeschenkte Rumration ernste Disziplinprobleme: Trunkenheit, Unfälle, Ungehorsam. Im Jahr 1740 befahl Admiral Edward Vernon, den an seine Besatzungen ausgegebenen Rum fortan mit Wasser zu verschneiden und in zwei Portionen über den Tag statt in einem einzigen Zug zu servieren.

Porträt des Admirals Edward Vernon, genannt „Old Grog“, in der Uniform der Royal Navy.
Admiral Edward Vernon, „Old Grog“: der Mann, dessen Mantel aus grobem Tuch dem Grog seinen Namen gab. Domaine public — Charles Philips / Royal Museums Greenwich (Wikimedia Commons)

Die Idee war einfach: den Alkohol verdünnen, um seine Wirkung zu mildern, und den Konsum strecken, um jähe Trunkenheit zu vermeiden. Die Maßnahme stieß bei den Seeleuten zunächst auf Ablehnung — wenig begeistert, ihre kostbare Ration mit Wasser gestreckt zu sehen —, doch sie setzte sich durch und machte in der ganzen Marine Schule.

Woher kommt das Wort „Grog“?

Der Spitzname des Admirals Vernon geht auf ein Detail seiner Kleidung zurück: Er pflegte einen Mantel aus einem dicken Stoff namens grogram (vom französischen „gros grain“) zu tragen. Seine Männer nannten ihn „Old Grog“. Als er den mit Wasser verschnittenen Rum durchsetzte, tauften sie das Getränk ganz selbstverständlich „Grog“ — nach dem Mann, der es erfunden hatte.

Der Grog trägt für alle Zeit den spöttischen Spitznamen eines Admirals und die Erinnerung an seinen Mantel aus grobem Tuch.

— Die Etymologie des Grogs
Ein „grog tub“: ein messingbeschlagenes Holzfass, in dem der Grog an Bord zubereitet und ausgegeben wurde.
Ein messingbeschlagener „grog tub“, oft mit einer Devise versehen: das rituelle Gefäß, in dem Rum und Wasser gemischt wurden. © Hammersfan, CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons)

Das historische Rezept

Der ursprüngliche Grog war von großer Schlichtheit: Rum, Wasser, und fast nichts weiter. Um dem Skorbut vorzubeugen und die Mischung angenehmer zu machen, fügte man oft Zitronen- oder Limettensaft und etwas Zucker hinzu. Hier eine Rekonstruktion im Geist der Epoche — anzupassen an den Rum, den man zur Hand hat:

  • 1 Teil brauner Rum, idealerweise im Navy-Stil;
  • 2 bis 4 Teile Wasser (die Seeleute erhielten einen deutlich gestreckten Rum);
  • der Saft einer halben Limette pro Glas;
  • ein Löffel brauner Zucker, nach Geschmack aufzulösen.

Traditionell wurde er ungekühlt serviert, doch der Grog existiert auch heiß — was ihn außerhalb der Marine zu einem beliebten Hausmittel gegen Kälte und die ersten Schauer des Winters gemacht hat. Diese heiße, zitronige, gesüßte Version ist die, die die meisten heute unter dem Namen „Grog“ kennen.

Vom Vorschiff in die Küche

Aus einem militärischen Entschluss geboren, verließ der Grog die Schiffe und fand seinen Weg in Sprache und Haushalte. Das Wort selbst wanderte weiter: Im Englischen ging „groggy“ — der benommene Zustand dessen, der dem Grog etwas zu kräftig zugesprochen hat — in den allgemeinen Gebrauch über. Wenige Seemannsrezepte haben eine solche Spur in der Sprache hinterlassen.

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